Achtung. Achtung. Achtung.
Wir sind umgezogen!

Einmal quer durchs Internet von unten links nach oben rechts.
Zum neuen Büro für besondere Maßnahmen // nordost
bitte hier entlang - merci bien!

Montag, 29. Juli 2013

make today count

- rosenworte zum montag -

darf ich vorstellen: die erste blüte einer neuen rose, die ich im frühjahr gepflanzt habe. sie ist blutrot. sie ist kugelrund. sie duftet. sie ist perfekt - eine edle frau:

Astrid Gräfin von Hardenberg

ich zähle jede blüte. jeden tag. weil jeder tag zählt. weil das bißchen rosenduft so wichtig ist in meinem leben.

bisher ist es mir noch nicht gelungen, wohlgerüche für späteres wiederhervorzaubern zu digitalisieren. da muss dann mein analoges gehirn mir helfen mit seiner eingebauten memory-funktion. oder mein unschlagbarer lieblingsrosenduft aus dem flacon.

ein tag, an dem ich rosen rieche, ist ein tag, der zählt. ein tag der zählt, das ist für mich ein erfolgreicher tag. diesen erfolg definiere ich jedoch nicht nach zahlen. es mag etwas sein, das zählbar ist - aber dennoch weit mehr qualitäten hat als eine ziffernfolge auf dem kontoauszug.

make today count*

heute füge ich meinem 'lebenskonto erfahrungen haben-seite' also einen weiteren rosenduftenden tag hinzu. damit ist der heutige tag für mich wertvoll.

aber wie übersetze ich den kurzen, tiefsinnigen imperativ in meine deutsche muttersprache? seit tagen kaue ich auf diesen drei simplen wörtern herum.

mach dein heute wertvoll ?!?! 

eine eingängige übertragung muss her! etwas ebenso 'knackiges'! hat nicht eineR von euch eine gute idee?


* "MAKE TODAY COUNT" ist ein buchtitel des amerikanischen bestsellerautors John C. Maxwell. nur der vollständigkeit halber. ich kenne weder das buch noch den autor näher. er ist mir sogar eher suspekt mit seinem zwang zum erfolg und zur lebensoptimierung. aber ich mag diesen imperativ.
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Sonntag, 28. Juli 2013

vier

ganz still hatte dieses weblog anfang des monats geburtstag: das Büro für besondere Maßnahmen wurde am 7. juli 2013 vier jahre alt.

nun hat die autorin ein schlechtes gewissen, weil der gratulationstext nicht pünktlich kam:

Lindenblütenknospen mit Glückskäfer

ich wollte ja schreiben … rückschau betreiben … einen ausblick bieten … wie das halt so üblich ist in so jahrestäglichen situationen. es ging nicht. ich hatte muße. ich hatte mein schreibgerät und alle sinne beieinander. aber. es. ging. einfach. nicht.

wie so oft in letzter zeit, wenn ich endlich wieder einmal tacheles schreiben möchte hier. das war doch der vorsatz, mit dem ich hier losgelegt habe vor vier jahren: ganz ich selbst zu sein, immer wieder mein eigenes überraschungspaket und kein blatt vor den mund zu nehmen.

irgendwann bin ich verstummt – weil das, was ich mitzuteilen habe, zu viel geworden ist. zu schwer. viel zu traurig oft. nicht leicht und heiter, wie ich es gern hätte. weil alles so anstrengend geworden ist, dass mir die kraft für den "aufmupf" fehlt. das jahr ist schon mehr als zur hälfte rum – und ich bin noch auf keinen einzigen baum geklettert!

über lebensaufgaben wollte ich berichten und wie ich sie löse: mit „Besonderen Maßnahmen“ nämlich. einmal die woche eine kolumne – das war meine mission. ich habe sie fast erfüllt und hier gut zweihundert mehr oder weniger tiefsinnige texte versammelt.

aber an diesem post werkele ich nun schon einen ganzen monat! je schlechter es mir geht, umso schwieriger ist es für mich, darüber zu schreiben. dazu kommt, dass ich gar nicht immer gleich einsortieren und berichten kann, was mir passiert. vor allem nach katastrophen bin ich langsam; brauche viel zeit, um zurück in meine mitte zu finden, um wieder die zu werden und zu sein, die ich wirklich bin.

als ich auf der suche nach einer inspiration für diesen geburtstagstext hier im Büro für besondere Maßnahmen auf und ab scrollte, fiel mir auf, wie sehr der ton im blog sich geändert hat über die jahre. gar nicht mehr so zuversichtlich, gar nicht mehr fröhlich oder kreativ, immer weniger frech. statt dessen hoffnungsloser, resignierter. und leider: ich drehe mich im kreis. das ist schrecklich!

meine lebensaufgaben sind immer noch die gleichen, die mir wichtigsten angelegenheiten ungelöst. meine maßnahmen greifen nicht. ich bin nach wie vor depressiv, einsam, quasi erwerbslos, kontinuierlich unterkapitalisiert und die meiste zeit meines lebens ziemlich unglücklich. und unzufrieden. neuerdings auch immer öfter genervt und angewidert. vom leben. von mir selbst. das ist bitter. keinerlei grund zum jubeln.

genau deswegen fällt mir das schreiben schwer. ich halte mich und mein jammern schon selbst nicht mehr aus. noch viel weniger möchte ich in meinen texten auch noch euch, meinen leserInnen etwas vorjammern. es gelingt mir immer weniger.

einmal die woche eine kolumne hier – das ist mir gelungen, im schnitt! oft mit großem vergnügen, zwischendurch auch mal mit kleinen tricks, in letzter zeit öfter mal mit ziemlicher selbstdisziplin.

es finde so wenig berichtenswertes an meinem leben. weil es schon so lange kein leben mehr ist. immer nur über-leben. das ist schlimm. cat-content, blümchenthemen und durchhalteparolen als "statt-leben" bringen es dann auch nicht. ich wollte doch „echt“ sein hier.

in „echt“ bin ich sehr verzweifelt.

nach wie vor soll ich aus meiner wohnung vertrieben werden. mein überleben mit hartz4 bleibt hölle. das amt triezt und schikaniert, wo es nur kann. und obwohl ich in meiner wohnung noch bin, fühle ich mich schon längst nicht mehr 'zuhause', war es vielleicht auch nie. weil ich hier nicht sein darf. es ist nur ein ort, wo meine dinge stehen. mein herz ist heimatlos. ich will hier weg.

ich trage mich also mit fluchtgedanken. will mal wieder umziehen. wieder mal neu anfangen irgendwo – wie schon zwei dutzend mal zuvor seit meinem 18. geburtstag. diesmal zieht es mich ans andere ende der republik. von westsüdwest nach nordnordost. weil ich so sehnsucht nach dem meer habe. immer.

dazu fehlt mir im augenblick das nötige kleingeld. besser noch wäre ein wunderbarer arbeitsplatz vor ort, der mich nicht nur sinnstiftend ausfüllt, sondern auch mein leben und das der katze locker finanziert. die ostsee vor der haustür bleibt also vorerst eine entspannungsphantasie.

aber als ausblick, über dessen realisation ich an einem der nächsten bloggeburtstage möchte berichten können, vielleicht gar nicht so schlecht.

mittelfristiges ziel:
das Büro für besondere Maßnahmen kriegt eine andere aussicht. wir brauchen mehr meer. dringend.

bis dahin gibt es hier auch weiterhin eine kolumne pro woche. im schnitt. mindestens. und weiterhin die aussicht auf die sanften hügel des markgräflerlands.


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Montag, 22. Juli 2013

rosenelf

- rosenworte zum montag -

markgräflerland: 36,6° C im schatten:

die rosen auf dem balkon sehnen sich nach einer frischen brise, genau wie unsereine.

Mozart (Strauchrose, Lambert 1937)

wenn wir doch flügel hätten! oder etwas geflügeltes in der nähe, das uns kühle fächeln könnte. aber nichts da! die tropfen, die mir über stirn und körper rinnen, sind alles andere als taufrisch.

geflügelte worte kann ich bieten zumindest, die der phantasie ein wenig auf die sprünge helfen, vielleicht, wie das wäre, wenn ...


Der Rosenelf

Inmitten eines Gartens wuchs ein Rosenstrauch, der war ganz voller Rosen, und in einer davon, der schönsten von allen, wohnte ein Elf; er war so winzig klein, daß kein menschliches Auge ihn sehen konnte, hinter jedem Blatt in der Rose hatte er eine Schlafkammer. Er war so wohlgestalt und hübsch, wie ein Kind nur sein konnte, und hatte Flügel an den Schultern, hinab bis zu den Füßen. Oh, es war ein Duft in seinen Zimmern, und wie hell und schön waren die Wände! Sie waren ja die feinen hellrosa Rosenblätter.
Hans Christian Andersen (1805 - 1875)

wer das ganze märchen noch nicht kennt oder noch einmal nachlesen möchte, findet es  beim Projekt Gutenberg.

ich wünsche euch immer einen wohlwollenden, erfrischenden flügelschlag in der nähe!

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Montag, 8. Juli 2013

anarchie & rosen

- rosenworte zum montag - 

heute von Emma Goldman (1869-1940):

"I'd rather have roses on my table
than diamonds on my neck."


[Ich habe lieber Rosen auf dem Tisch
als Diamenten um den Hals.]

rosenkeramik: Gisbert Klemm
same here!

Emma Goldman war Jüdin, Hebamme, Publizistin, Feministin, Anarchistin, Kosmopolitin, Friedensaktivistin, Freiheitskämpferin ... eine kurze Biographie gibt es zu lesen bei fembio.org.

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Mittwoch, 3. Juli 2013

lebenszeichen

es ist wichtig, ganz genau und konkret zu sagen, was man sich wünscht. bestellungen ans universum sollten möglichst positiv und detailliert ausformuliert sein. zusätzlich versetze dich gedanklich und spirituell in die gewünschte situation hinein, gerade so als ob der wunsch bereits in erfüllung gegangen sei.


also nicht „ich will stark, schön, schlau & glücklich sein“ sondern „ich bin stark, schön, schlau & glücklich“. sonst bleibt die bestellung beim 'ich will' hängen, und das hilft uns nicht weiter.

das ist wichtig, damit der kosmische kellner weiß, was er servieren soll, wenn er im team mit der kosmischen weisheit und dem kosmischen terminplaner die bestellungen bearbeitet, die unsereins so ans universum schickt.

ungefähr das ist vorige woche passiert: als ich so tat, als ob ich dieses kleine rote buch noch hätte, das vor mehr als dreißig jahren im 'verlag kleine schritte' erschienen ist – 'Lebenszeichen' von Brigitte Heidebrecht – und fast fehlerfrei aus der erinnerung ein gedicht daraus zitierte.

wenige tage später erhielt ich einen wattierten briefumschlag vom universum via medimops. das kleine rote buch lag darin. für mich. wie aufmerksam! und wie schnell!

es sieht dem, das ich damals hatte, sehr ähnlich: leichter altersgilb im innern, außen der für mich typische kaffeetassenrand (ich kann doch keine heiße tasse einfach so ohne unterlage auf die tischplatte stellen).

ein lieferschein lag nicht dabei, auch kein gruß von der auftraggeberin. deswegen gehe ich davon aus, dass das kosmische dreigestirn da ganze arbeit geleistet hat. danke schön, liebes universum! ich habe mich sehr darüber gefreut.

noch mehr aber täte ich mich freuen, wenn ich wüsste, in welche richtung ich meinen dank konkret denken und senden darf. vielleicht mag diejenige ja ein kurzes lebenszeichen von sich geben?

bis dahin und für alle andern hier noch ein weiteres lieblings-lebenszeichen-fundstück – zum merken und immer wieder aufsagen, zum murmeln wie ein mantra oder zum abschreiben und an die wand pinnen:
Jetzt
Die Nacht hat sich ausgeweint
und einem blauen Himmel
Platz gemacht.
Dies ist ein Tag
der nach Aufbruch riecht.

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Montag, 1. Juli 2013

rosenausflug

- rosenworte zum montag - 

wie jedes jahr zur schönsten rosenblüte, habe ich heute meinen alljährlichen ausflug ins landhaus ettenbühl gemacht. da ich diesen mini-urlaub bereits vor drei jahren zur besonderen maßnahme erklärt habe, wäre heute eigentlich die aufnahme in den club der rituale an der reihe gewesen.

nun ist aber heute montag. deswegen gibt es statt dessen ein paar rosenworte dazu. rituale laufen nicht davon.

Ettenbühler Rosen-Restaurant - Entrée


im rosenduftigen schatten sitzen an einem der schönsten sommertage ... nicht zu heiß mit leichter brise, von kelch zu kelch die nase wandern lassen, so lang die füße tragen ... dazu die begleitung einer lieben freundin, die genauso verzückt und rosenberauscht ist wie man selbst ... so eine rosen-wandel-schnupper-kur sollte eigentlich jede frau sich regelmäßig gönnen.

ob's verjüngt? ob's schön macht?! schnurzpiepenwurscht! denn glücklich macht es und stark - und solche augenblicke sind selten im prekären alltag.

die rosenworte dazu heute von der dichterin Emily Elizabeth Dickinson (1830-1886):
Ein Kelch, ein Blatt, ein Dorn
An irgendeinem Sommermorgen –
Ein Schälchen Tau – Bienen, ein oder zwei –
Ein Windhauch – Rascheln in den Zweigen –
Und ich bin eine Rose!
was sonst?!

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