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Mittwoch, 18. Dezember 2013

Jahreszitat 2014 – die Gewinnerin!

Vor ein paar Tagen habe ich mein Thema für das kommende Jahr bereits vorgestellt:

"Some of the most wonderful people 
are the ones who don't fit into boxes."*

Dieses Zitat von Tori Amos soll 2014 der Leitgedanke im Büro für besondere Maßnahmen sein. Und wie immer, habe ich mir auch in diesem Jahr etwas dabei gedacht:

Es ist ein menschliches Bedürfnis, Dinge zu betrachten, einzuordnen und abzulegen. In Schränken, Schachteln, Schubladen, Kisten, Boxen. Das kann das Leben erleichtern, es kann bisweilen lebensnotwendig sein – unser Gehirn macht es sogar automatisch, ohne dass wir uns explizit entscheiden müssen. Auch ich bin dagegen nicht gefeit.

Passt in keine Schublade: das BfbM

Trotzdem: Ich möchte es mir nicht zu einfach machen. Schubladendenken ist nicht nur bequem, es kann auch sehr respektlos sein. Es macht schon Arbeit, jederzeit – mit allen Sinnen – allen Dingen gegenüber, vor allem aber mit allen Menschen acht- und aufmerksam zu sein und genau hinzuschauen, ob sie oder er oder es sich in irgendeiner Hinsicht verändert hat.

Es verändert sich ständig etwas. Immer. Auch wenn etwas oder jemand schon längst in einer Schublade steckt, verändert sie oder er oder es sich trotzdem. Ständig. Things change. Das liegt in ihrer Natur. Die einen schneller, anderes langsamer. Manches nur um Nuancen, anderes revolutionär (Das Wort revolutionär benutze ich hier im originären Sinne von „umwälzen, sich drehen, erneuern, auf den Kopf stellen“).

*Einige der wunderbarsten Menschen sind diejenigen, 
die nicht in Schubladen passen.

Mein Leben lang wurde ich von ignoranten Mitmenschen, denen ihre persönliche Bequemlichkeit über ein respektvolles Miteinander geht, in unpassende Schubladen gesteckt. Ich habe sehr viel Energie und Mühen darauf verwendet, aus den Schubladen wieder herauszukommen. Weil deren Schubladen nicht meine waren, weil ich mich darin nicht wohl fühlte, weil ich an allen Seiten überquoll und weil es höllisch wehtat und mich verletzte, wenn die Schublade geschlossen werden sollte: Ich musste mich sehr verengen und ganze Teile von mir abschneiden, um auch nur ansatzweise darin Platz zu finden. Ich hatte Angst, dass die einengenden Schubladen auf mich abfärben könnten. Und ich hatte Angst, darin zu ersticken.

Mein Leben lang bin ich aber auch immer wieder ganz wunderbaren Menschen begegnet, denen es ebenso erging und ergeht wie mir. Das sind Begegnungen, von denen ich mich so sehr beschenkt fühle, dass nicht mal eine Schublade voll Diamanten für jede einzelne miteinander verlebte Sekunde das jemals aufwiegen könnte.

Mein Jahreszitat für 2014 ist ein großes Dankeschön an all die wunderbaren schubladenlosen, schubladenfreien und schubladenbefreiten Menschen, die zu meinem Leben gehören, meine Wege begleiten, mein Herz beschenken und meinen Alltag bereichern.

Ich liebe Euch!

Wir sind die „Nicht-in-Schubladen-Passenden“ - zumindest nicht in die konventionell vorgesehenen oder erlaubten. Wenn wir uns dennoch mal in eine stecken (lassen), dann nicht für lange Zeit. Wir hüpfen mal in diese, schlüpfen mal in jene Lade, hopsen gleich wieder heraus oder bleiben mal ein bißchen länger drin liegen, um uns auszuruhen – aber nur ungern zweimal in dieselbe. Immer weiter, ladenlos!

Egal was wir tun – es ist immer unsere freie Entscheidung. Im allgemeinen kommen wir aufs Prächtigste ohne Schubladen oder Etiketten aus.

Das ist gut so und das soll auch so bleiben.

Den kleinen Wettbewerb der vergangenen Woche hat Regenfrau gewonnen. Mit ihrem hinreißenden Argument, dass schlecht auf Bäume klettern kann, wer eine Schublade in der Hand hält, zaubert sie mir ein beständiges Lächeln auf die Lippen.

So isses.

Liebe Regenfrau, das exklusive Schreibgerät aus dem Büro für besondere Maßnahmen ist auf dem Weg zu dir!

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Kommentare :

  1. Oh danke, liebe mojour, ich freu mich sehr!
    In diesem Sinne: freiheitliche Grüße :-)

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  2. Ach mojour,

    ich stecke für manche Leute auch in einer Schublade, die mir nicht unbedingt gefällt. Oft habe ich mich auch schmerzhaft verbogen, um in eine Schublade zu passen, die gar nicht meine ist. Aber durch die einschneidende Änderung in meinem Leben dieses Jahr mache ich mir jetzt auch vieles bewußt und krieche aus einigen Schubladen heraus, die nicht die meinigen sind. Leider verletzt man so andere Menschen und erntet Disharmonie und Unverständnis, mit dem man umzugehen lernen muss. Das ist nicht immer einfach, vor allem, wenn man gut auf seine Schubladen konditioniert ist. Daher passt Dein Motto für nächste Jahr super gut!

    LG Kerstin mit Finchen und Ayla

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    1. Liebe Kerstin,

      ich glaube nicht, dass es möglich ist, andere Menschen zu verletzen, wenn eine sich um ihr eigenes Wohlergehen kümmert und aus unpassenden Schubladen aussteigt.

      Hier ist erkennbar, wer wirklich Freund und wohlgesonnen ist:
      Wer auf Veränderungen mit emotionaler Erpressung reagiert (ich bin traurig/ verzweifelt/ wütend wenn du nicht mehr in meiner Schublade sitzen willst, ganz egal ob es dir damit schlecht geht ...) - lieben die dich wirklich? In meinem Leben hat so jemand keinen Platz. Zumindest nicht in meinem näheren Umfeld.

      Mag sein, die anderen sind irritiert, es ist ihnen lästig, dich NEU anschauen zu müssen, sie finden Veränderungen unbequem, hätten dich gern pflegeleichter und lieber unverändert .... was auch immer.
      Aber was sind denn das für Erwartungen?!

      Ich wünsche dir Gutes und unterstützende WeggefährtInnen!
      mo.

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  3. Seit vielen Monaten verfolge ich deinen Blog und habe noch nie kommentiert. Heute, kurz vor Ende des Jahres, tue ich das.
    Du sprichst von Verletzungen und von Menschen, die verletzen. Du sprichst von Schubladen.
    Ich möchte andere Menschen nicht in Schubladen schieben, trotzdem gelingt es mir nicht.
    Ich möchte andere Menschen nicht verletzten, trotzdem kann ich es nicht vermeiden.
    Was für mich wichtig ist ... sprechen miteinander. Sich gegenseitig die Seele zeigen, soweit es möglich ist. Soweit die Seele des anderen überhaupt gesehen werden kann.
    Wir sind alle verletzt und verletzten andere, und ich vermute, die wenigsten machen das mit Absicht.
    Ich wünsche dir ein gutes neues Jahr.
    Weihnachtliche Grüße von Bärbel

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  4. P. S.: Selbsterkenntnis und hinzuschauen bei meinen eigenen Schubladen - das ist für mich sehr wichtig geworden. Es sind nicht immer die anderen, die Fehler machen. Das zu sehen, war nicht leicht für mich. Und ist es immer noch nicht. Aber ich bin auch nicht immer die "Schuldige", auch wenn es lästig für andere sein mag, meine Veränderungen wahrzunehmen. Denn es ist so leicht, mit dem Finger auf andere zu zeigen.
    Bärbel

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    1. Liebe Bärbel,

      ich freue mich sehr, dass du hier liest, und ich danke dir für die wichtigen Aspekte aus deiner Sicht, um die du meinen Text ergänzt hast.

      Auch für mich gibt es Situationen, in denen ich hadere - mit meinen eigenen Schubladen und mit denen der anderen. Und dann gefalle ich mir ganz und gar nicht!

      Es kommt oft vor, dass niemand "Schuld" hat - und gerade dann kann es wichtig sein, genau das aufzuklären, zu besprechen und die eigene Seele zu zeigen, wie du es so schön geschrieben hast.

      Das macht verletzlich, das macht Angst; manchmal geht es gut, und manchmal kriegt man erst recht eins 'übergebraten'. So ist das im Leben.

      Natürlich sind es nicht immer die anderen, die Fehler machen. Aber manchmal sind sie es eben doch. Ganz schrecklich ist es dann für mich, wenn die das gar nicht sehen wollen, sich feist und selbstzufrieden im Recht fühlen und weder verstehen noch sehen wollen, warum ihre Behandlung mich verletzt und mir schadet.
      Dann kriege ich große Wut!

      Erst neulich habe ich aber mal wieder mit Erschrecken festgestellt, dass ich sogar mich selbst bisweilen in Schubladen stecke - und dabei die Allergnadenloseste bin von allen.

      "Mich selbst gut zu behandeln" ist und bleibt eine schwierige Aufgabe ...

      Alles Gute auch Dir!

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